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Klarstellung der ver.di zu den Falschaussagen des Arbeitgeberverbandes BDE
Fakenews fotogestoeber, fotolia.com Fakenews

Seit dem 04.12.2017 gibt es eine Veröffentlichung des Arbeitgeberverbands BDE an die Beschäftigten der privaten Entsorgung. Diese Mitteilung enthält mehrere Falschaussagen, diese nehmen wir zum Anlass für eine Gegendarstellung.

Aussagen des BDE
„In diesem Jahr hat sich ver.di geweigert, den BDE-Tarif neu zu verhandeln“

Klarstellung ver.di
Diese Aussage ist FALSCH!
Es wurden insgesamt drei Verhandlungsrunden durchgeführt

  • 23.01.2017 kein Angebot
  • 08.03.2017 mit dem Angebot von 0,5 Prozent, 100 Euro für Auszubildende
  • 08.03.2017 Angebot durch die Arbeitgeberseite: 1,7 Prozent im Volumen für 2017 davon abgezogen die Erhöhung für Auszubildende (minus 0,4 Prozent) sowie Streichung der VG 1 (minus 0,6 Prozent)

Damit lag die wirkliche Tabellensteigerung bei ca. 1 Prozent – ein klares NEIN zum Kaufkraftverlust von Seiten der Tarifkommission!

Aussagen des BDE
„Dabei hat der BDE schon Anfang 2017 eine pauschale Erhöhung der Vergütungen der Tarif-beschäftigten in Höhe von 2 Prozent angeboten.“

Klarstellung ver.di
Diese Aussage ist FALSCH!
Siehe Angebote aus den drei Verhandlungsrunden. Am 31.03.2017 erhielten wir das Antwortschreiben des BDE mit folgendem Angebot:
1,7 Prozent im ersten Jahr / 2 Prozent im zweiten Jahr und die prozentualen Abzüge für die Erhöhung für Azubis sowie Streichung der VG 1 wären nun verhandelbar.

ver.di will eine Strukturveränderung erreichen, damit die Einkommensschere zwischen Neu und Alt-Beschäftigten nicht größer wird. Abzüge von den angebotenen 2 Prozent hat sich der BDE weiterhin vorbehalten!

Aussagen des BDE
„Es geht gar nicht um die Interessen der Beschäftigten, sondern um das Wohl von Gewerkschaftsmitgliedern.“

Klarstellung ver.di
ver.di ist ausschließlich für die Gewerkschaftsmitglieder zuständig und verhandelt stets im Namen dieser!

Gemeinsam mit ver.di Mitgliedern setzen wir uns in Tarifverhandlungen für die Verbesserung der Einkommens- und Arbeitsbedingungen ein.

Einzig der Branchenmindestlohn wird für die komplette Branche unter Zusammenarbeit mit der VKA (Verband kommunaler Arbeitgeber), mit dem Arbeitgeberverband des BDE und dem Bundesfachgruppenvorstand Abfallwirtschaft verhandelt.

Aussagen des BDE
„ver.di zerstört mit diesem Vorgehen den Flächentarif!“

Klarstellung ver.di
Dort wo Flächentarifverträge tatsächlich noch eine Fläche abbilden und Beschäftigte schützen, wird ver.di auch weiterhin in Flächentarifverhandlungen die Verbesserung der Einkommens- und Arbeitsbedingung gestalten.

Wenn aber Flächentarifverträge immer stärkere Risse und Lücken bekommen und Arbeitgeberverbände nicht mehr verlässliche Tarifpartner sind, dann ist es für uns wichtig, die ver.di Mitglieder dennoch bestmöglich zu unterstützen und falls notwendig, eben den Weg der betriebsbezogenen Tarifverhandlungen zu gehen.

Aussagen des BDE
„Forderung des DGB zur letzten Bundestagswahl, wo der DGB unter anderem 'einen Ausbau und eine Stärkung von Tarifsystemen und Flächentarifverträgen“ forderte'“

Klarstellung ver.di
Von 2004 bis 2013 wurde der BDE-Arbeitgeberverband von einer Austrittswelle durch die Unternehmen der privaten Entsorgung trockengelegt. Der BDE reagierte ab etwa 2008 auf keine Mitgliederabfrage durch ver.di… so viel zur Tarifpartnerschaft…

Und übrigens: Auch betriebsbezogene Tarifverträge tragen zur Stärkung des Tarifsystems bei!