Energie

Handbuch Energiepolitik

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Handbuch Energiepolitik

Hans Böckler Stiftung HANDBUCH ENERGIEPOLITIK_2016 Hans Böckler Stiftung Hans Böckler Stiftung HANDBUCH ENERGIEPOLITIK_2016

VORWORT

Anspruchsvolle langfristige und kurzfristige politische Zielsetzungen hinsichtlich einer auf erneuerbaren Energien basierenden Stromversorgung werfen ihre Schatten voraus. Das Herzstück der geplanten Veränderungen ist die Reform des Strommarktes.

Die Bundesregierung hat diese mit dem Grün- und Weißbuch samt den dazugehörigen Konsultationen vorbereitet. Am Ende dieses Prozesses steht die Entscheidung für einen Strommarkt mit zusätzlicher Kapazitätsreserve. Eine Entscheidung mit weitreichenden Konsequenzen für die Unternehmen der Energiewirtschaft. Ebenso große Auswirkungen haben angestoßene Prozesse wie die Digitalisierung von Netzen und Zählern, die Entwicklung von Speichern sowie der nationale und internationale Netzausbau.

Mit den Konsequenzen dieser Maßnahmen umzugehen ist die tägliche Arbeit von Betriebsrätinnen und Betriebsräten in der Energiewirtschaft. Gemeinsam mit den Unternehmensleitungen handeln sie Lösungen aus und setzen sich für die Belange der von ihnen vertretenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein. In den letzten Jahren bedeutete dies häufig, den Personalabbau sozialverträglich zu gestalten. Mittlerweile haben sich die großen Unternehmen der Branche auf die neuen Arbeitsbedingungen eingestellt.

Damit auch die Betriebsrätinnen und Betriebsräte stets den Überblick über die anstehenden Herausforderungen,aber auch kommende Chancen behalten, haben wir gemeinsam mit führenden Arbeitnehmervertretern der Energiewirtschaft dieses Handbuch erarbeitet. Es enthält neben einer Zusammenfassung der in Grün- und Weißbuch festgehaltenen Zielsetzungen der Bundesregierung einen ausführlichen Überblick über die brennenden Themen der Energiepolitik und Energiewirtschaft.

Damit geben wir Ihnen, den Betriebsräten, ein auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Hilfsmittel an die Hand, um Zukunftschancen für die Beschäftigten in Ihren Unternehmen frühzeitig zu erkennen und so einen wichtigen Beitrag zu einer auch sozial nachhaltigen Energiewende zu leisten.  

Prof. Dr. Bernd Heins

Direktor des INEP Instituts

www.boeckler.de/5248.htm?produkt=HBS-006297&chunk=8&jahr=

E.ON Thies Hansen E.ON Thies Hansen Thies Hansen

Statement von Bundesfachgruppenvorstandsmitglied Thies Hansen

Das Grünbuch Energie des BMWi habe ich als eine gute Grundlage empfunden, um ein tieferes Verständnis der Wirkzusammenhänge der Energiewirtschaft außerhalb des Netzbereiches zu bekommen.Ich habe mich über die Gewerkschaft ver.di aktiv in den Prozess zu Erstellung des Weißbuches eingebracht und hätte mir gewünscht, dass wir direkt in einen sogenannten Kapazitätsmarkt eingestiegen wären.Ich persönlich halte es nicht für sinnvoll, dass wir in der Energiewirtschaft auf Marktmodelle wie den Ausbau des europäischen Stromhandels setzen, in denen uns sowohl der Energiemix als auch die Umwelt und die Arbeitsbedingungen der nach Deutschland transportierten Energie egal sind.Umso mehr hat es mich gefreut, dass ich in einem Gespräch mit Professor Heins vom INEP Institut anregen konnte, die umfangreichen Inhalte des Weißbuches in verkürzter Form als Arbeitshilfe für Betriebsräte zu erstellen. Ich halte es für absolut notwendig, als Betriebsrat in einem Unternehmen der deutschen Energiewirtschaft die verschiedenen Zusammenhänge aus der Erzeugung von Energie, dem Handel mit dieser Energie und der Verteilung der Energie zu verstehen, um daraus für die Arbeitnehmervertretung Möglichkeiten zu erkennen, Handlungsoptionen abzuleiten