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TG Energie: Verhandlungen unterbrochen!

Energiewirtschaft

TG Energie: Verhandlungen unterbrochen!

Tarifkommission berät über Arbeitgeberangebot und weiteres Vorgehen.
Warnstreiks bei E.ON im Februar 2018 ver.di FB2 Warnstreiks bei E.ON im Februar 2018

Die Verhandlungen zwischen ver.di und der Tarifgemeinschaft Energie für die bundesweit rund 10.000 Beschäftigten wurden in der dritten Verhandlungsrunde am 27. Februar 2018 nach über zwölf Stunden unterbrochen.

Die Arbeitgeber hatten am späten Abend des 27. Februar 2018 ein Angebot vorgelegt, das nach Einschätzung der ver.di-Tarifkommission dringend überarbeitet und verbessert werden muss.

„Die Arbeitgeber haben es in der Hand, das Scheitern der Verhandlungen zu verhindern. Wir wollen am Verhandlungstisch zu einem Ergebnis kommen“, erklärte Volker Stüber, der Bundesfachgruppenleiter der ver.di für Energie und Bergbau.

Das aus Arbeitgebersicht finale Angebot:

  • 18 Monate Laufzeit;
  • 2,8 Prozent mehr Vergütung für Beschäftigte (also 2,1 Prozent auf zwölf Monate), 70 Euro mehr für Auszubildende und alle Ausbildungsjahre;
  • Einmalzahlung in Höhe von 975 Euro für Beschäftigte, 450 Euro für Auszubildende (Auszahlung in zwei Schritten);
  • Bis zu zwei Freistellungstage pro Jahr für gewerkschaftliche Schulungen und Tagungen;
  • Weitere Gespräche zu Tarifreformen und zukünftigen Tarifthemen.

Die Tarifkommission hat daraufhin die Verhandlungen unterbrochen und berät nun über dieses Angebot und die weitere Vorgehensweise.

Klar ist schon mal: Das vorgelegte Gesamtpaket ist in allen Punkten substanziell nicht abschlussfähig!

Diese Tarifinfos findet ihr auch hier als PDF:

 

ver.di rief die Beschäftigten der Tarifgemeinschaft Energie (u. a. E.ON-Unternehmen, PreussenElektra und TenneT) bereits mehrfach zu Warnstreiks auf, zuletzt am 27. Februar im Vorfeld der dritten Verhandlungsrunde in Hannover.

In den letzten beiden Wochen haben sich über 4.000 Beschäftigte des E.ON-Konzerns an den Warnstreiks  beteiligt“, so Alexander Gröbner, Geschäftsführer im ver.di Bezirk Oberpfalz und ebenfalls Mitglied der ver.di-Verhandlungskommission.

"Darunter waren alleine über 2.000 Beschäftigte in Regensburg vor der Bayernwerk-Zentrale. Wir nehmen diesen Schwung mit in die weiteren Verhandlungen!"

Die Arbeitgeber hatten bereits in der zweiten Verhandlungsrunde Ende Januar 2018 lediglich Entgelterhöhungen von 2,1 Prozent bei einer Laufzeit von 18 Monaten angeboten.

Noch hat die Arbeitgeberseite die Möglichkeit, über den Verhandlungsweg eine Tarifeinigung zu erzielen.

Sollten die Arbeitgeber nicht einlenken, haben sie weitere Maßnahmen der Beschäftigten zu verantworten!

Volker Stüber, ver.di-Bundesfachgruppenleiter Energie und Bergbau

ver.di fordert für die Beschäftigten und Auszubildenden im E.ON-Konzern:

  • Gehaltserhöhungen von 6,0 Prozent;
  • 175 Euro mehr für die Auszubildenden;
  • die unbefristete Übernahme aller Auszubildenden nach erfolgreichem Abschluss ab 2019;
  • Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten.

Alle Tarifinfos zu E.ON findet ihr auf unserer Übersichtsseite!