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Stoppt die Gülleverschmutzung – Schützt unser Wasser!

Wasserwirtschaft

Stoppt die Gülleverschmutzung – Schützt unser Wasser!

BDEW startet Petition gegen Überdüngung der Böden und Verschmutzung des Grundwassers.
Jahr für Jahr wird viel mehr Gülle ausgebracht, als Pflanzen und Böden aufnehmen können. photo 5000, Datei: #95091913, Fotolia.com Jahr für Jahr wird viel mehr Gülle ausgebracht, als Pflanzen und Böden aufnehmen können.

Eine Koalition aus Wasserverbänden, Umweltorganisationen und der Gewerkschaft ver.di hat heute den Startschuss gegeben für eine Petition zur Verschärfung des deutschen Düngerechts. Das gemeinsame Ziel: Die Nitrat-Verschmutzung der Böden und Gewässer stoppen und eine gewässer- und umweltverträgliche Landwirtschaft einfordern. (Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung der Koalition vom 14. Juni 2017)

Die massive Überdüngung der deutschen Felder durch die großindustrielle Agrarwirtschaft gefährdet zunehmend das Grundwasser. In einigen Regionen werden inzwischen alarmierende Nitratwerte gemessen.

Das schadet der Umwelt und kostet Verbraucherinnen und Verbraucher dreifach:

  1. Für die Wasserversorger wird es in vielen Regionen Deutschlands immer aufwendiger und kostenintensiver, die gesetzlichen Vorgaben der Trinkwasserverordnung einzuhalten. Damit droht in einigen Regionen ein Anstieg des Trinkwasserpreises um über 60 Prozent.
  2. Die Klage der Europäischen Kommission gegen Deutschland wegen Verstoßes gegen die EU-Nitratrichtlinie könnte zu hohen Strafzahlungen für Deutschland führen, die letztlich von den Steuerzahlern finanziert würden.
  3. Hinzu kommen die bestehenden Subventionen für die größtenteils industriell geprägte Landwirtschaft.

Trotz allem floriert der Gülltetourismus: Nach Angaben der Universität Wageningen wurden allein 2016 zwei Millionen Tonnen Wirtschaftsdünger aus den Niederlanden auf deutschen Äckern entsorgt. Das entspricht 66.600 LKW-Ladungen.

Unsere Forderungen an die Bundesregierung und die Europäische Kommission:

  1. Sofortiger Dünge-Stopp in gefährdeten Gebieten, wenn der Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter im Grundwasser überschritten wird!
  2. Verpflichtende Stoffstrombilanzen ab 2018 für alle Agrarbetriebe!
  3. Gülletourismus eindämmen: Gülletransporte bundesweit überwachen und in nitratgefährdeten Gebieten Gülleimporte stoppen!
  4. Agrarwende: Die Milliardensubventionen für die großindustrielle Agrarwirtschaft müssen sofort zugunsten einer gewässer- und umweltverträglichen Bewirtschaftung der Flächen umgeschichtet werden!

Die Initiative „Stoppt die Gülleverschmutzung – Schützt unser Wasser!“ ist eine Initiative des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft gemeinsam mit 10 Institutionen:

  • Aktion Agrar
  • Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
  • Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft
  • Deutsche Umwelthilfe
  • Deutscher Naturschutzring
  • Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches
  • Germanwatch
  • Greenpeace
  • GRÜNE LIGA
  • Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di.  

Weitere Informationen auf www.guelleverschmutzung-stoppen.de sowie unten im Infoflyer als PDF. Die oben stehende Pressemitteilung mit Ansprechpartnern für die Presse sowie ein Plakat zum Ausdrucken und Weiterverbreiten gibt es hier ebenfalls zum Download: