Fracking

Trinkwasser und Gesundheit müssen vorgehen

Fracking

Trinkwasser und Gesundheit müssen vorgehen

Wasser Timo Klostermeier, pixelio.de Wasser

7. Juli 2014 | Ende letzter Woche haben sich Umwelt- und Wirtschaftsministerium auf die Schiefergasförderungsmethode Fracking zu Testzwecken und in Tiefen jenseits von 3000 Metern unter der Erdoberfläche geeinigt. ver.di hält die von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel und Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks vorgelegten Eckpunkte zum Thema Fracking für nicht ausreichend. „Der Schutz der Gesundheit und des Trinkwassers müssen immer Vorrang haben“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Andreas Scheidt. „Gut, dass die zuständigen Minister das auch teilen. Schade, dass kein vollständiges Verbot oder zumindest ein Moratorium in Erwägung gezogen wird.“

Schon die Erkundung von Schiefergasvorkommen ist für das Grundwasser und für Wasserschutzgebiete mit erheblichen Risiken verbunden.

Andreas Scheidt, ver.di-Bundesvorstandsmitglied

Bei Fracking werden Schichten aus Schiefergestein angebohrt, um an Schiefergas zu gelangen. Dazu wird Frack-Fluid unter hohem Druck in die Bohrung gepresst. Aus den dadurch entstehenden Rissen im Gestein tritt das Gas aus. Anschließend wird das Frack-Fluid, größtenteils Wasser sowie Sand und Chemikalien, wieder abgepumpt und das Gas gefördert. In den USA gibt es einen regelrechten Fracking-Boom. Kritisiert wird Fracking wegen dadurch entstehender Verunreinigungen des Grundwassers. So sind Brunnen in der Umgebung von Fracking-Bohrungen häufig mit Methan, Ethan und Propan belastet. Hinzu kommen Verunreinigungen des Bodens durch das Fracking-Fluid selbst und das Lösen weiterer Schadstoffe aus dem Gestein wie Schwermetalle und Salze.

Gravierende Wissenslücken

Nach der im Mai 2013 veröffentlichten Stellungnahme des Sachverständigenrats für Umweltfragen ist Fracking energiepolitisch nicht notwendig und sollte wegen gravierender Wissenslücken nicht zugelassen werden. Der Bundeskongress des Deutschen Gewerkschaftsbundes hatte im Mai auf Vorschlag von ver.di beschlossen: „Für die Gewinnung von unkonventionellem Erdgas mittels Fracking muss es solange ein Moratorium geben, bis die Risiken abschließend bewertet sind und eine Gefahr für Mensch und Umwelt ausgeschlossen werden kann.“

„Schon die Erkundung von Schiefergasvorkommen ist für das Grundwasser und für Wasserschutzgebiete mit erheblichen Risiken verbunden“, betonte Andreas Scheidt. „Hochproblematisch ist auch, dass in den Eckpunkten die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger nicht erwähnt wird. Ohne Bürgerbeteiligung geht es aber nicht. Da muss bis zur Beratung im Kabinett noch nachgearbeitet werden.“

Die Verpflichtung zu Umweltverträglichkeitsprüfungen sei unabdingbar – wenn es denn kein vollständiges Verbot des Frackings gebe. Hier seien die SPD-Minister zum Glück nicht so mutlos wie das Europäische Parlament zu Jahresbeginn, so Scheidt.