Jugend im Fachbereich

Jugend muckt auf

Jugend im Fachbereich

Jugend muckt auf

Viele Unternehmen der Ver- und Entsorgung sind attraktive Ausbilder, aber es gibt noch eine Menge zu verbessern.
Ausbildungsqualität ver.di Jugend / www.junipakt.net Bei der Ausbildungsqulität mischt sich ver.di aktiv ein.

Gute Ausbildung für gute Arbeit: Die bundesweite ver.di-Aktionswoche vom 07. bis zum 11. November 2016 greift die Anliegen junger Beschäftigter auf. (Text: Johannes Schulten)

Arbeit in der Abwasserwirtschaft kann zuweilen nicht nur anstrengend, sondern auch schmutzig sein. Deshalb gibt es Schmutzzulagen, um die 200 Euro im Monat. So sieht es der TVöD vor. Allerdings gilt das nur für Ausgelernte. Azubis dagegen kommen lediglich auf ungefähr 10 Euro.

"Das ist einfach ungerecht", findet Dominik Wernetshammer, Vorsitzender der Gesamt-Jugend-und-Auszubildendenvertretung der Stadt Augsburg. Dass sich immer weniger junge Leute für eine Ausbildung in der Abwasserwirtschaft entscheiden, wundert ihn deshalb nicht.

Nicht nur aus diesem Grund ist Dominik mit dabei, wenn vom 07. bis 11. November 2016 zahlreiche ver.di-Kolleginnen und ver.di-Kollegen mit bunten Aktionen in ihren Betrieben und Dienststellen das Thema "Gute Ausbildung" setzen. Wer gute Arbeit will, so der Tenor der Aktionswoche, muss auch für eine gute Ausbildung eintreten.

ver.di-Sekretäre und Ehrenamtliche, Aktive und Interessierte werden mit vielfältigien Aktionen in zahlreichen Betrieben, Dienststellen und Ausbildungszentren der Energie-, Wasser- und Entsorgungswirtschaft präsent sein, um mit den Kolleginnen und Kollegen ins Gespräch zu kommen, Fragen zu klären und das Thema Ausbildung stärker in die Öffentlichkeit zu rücken.

Vorschläge, wie die Situation der Azubis im Bereich Ver- und Entsorgung verbessert werden könnte, hat Dominik reichlich. Sie reichen von der Steigerung der Ausbildungsqualität, über Übernahmegarantien bis hin zu Aufwertung der Berufe durch Imagekampagnen und bessere Arbeitsbedingungen. "Das sind Themen, bei denen wir als ver.di Druck machen müssen!"

Auf jeden Fall teilnehmen an der Aktionswoche wollen auch Ricarda Zimmermann und ihre Kolleginnen und Kollegen von der Berliner Stadtreinigung (BSR). Ihr Thema: "Mehr Sicherheit für die Azubis durch Übernahmegarantien – bei der BSR und in der Abfallwirtschaft insgesamt".

Bei der BSR konnten Personalrat und die sehr gut organisierte Belegschaft die tarifliche Regelung bereits durch eine Dienstvereinbarung verbessern. Trotzdem werden noch nicht alle Azubis übernommen, sagt Ricarda. "Gerade zum Ende der Ausbildung, wenn es in die Prüfungsphase geht, wissen viele nicht, was sie danach machen. Das ist extrem belastend." Zudem kritisiert sie den schlechten baulichen Zustand und die hohen Unterrichtsausfallzeiten an vielen Berliner Berufsschulen.  

Für mehr Ausbildungsplätze im kaufmännischen Bereich wollen sich Sascha Hansen und die ver.di-Aktiven bei Vattenfall einsetzen. Dort und bei vielen anderen Unternehmen der Energiebranche wurden in den vergangenen Jahren die kaufmännischen Ausbildungsberufe massiv zurückgefahren. Zudem wurden die wenigen Azubis vielfach nicht übernommen – obwohl es großen Bedarf gibt. Für den Vorsitzenden der Konzern-JAV "ein klarer Fall von schlechtem Personalmanagement".

Fazit: Viele Unternehmen der Ver- und Entsorgung sind attraktive Ausbilder, aber es gibt noch eine Menge zu verbessern. ver.di mischt sich hier aktiv ein, ganz vorne dabei: die verdi Jugend des Fachbereichs 2. Denn wo in der Berufsausbildung "der Schuh drückt", wissen sie am besten. Und konkrete Ideen, wie man die Situation verbessern kann, haben sie auch.

Zur diesjährigen ver.di-Aktionswoche „Gute Ausbildung – Gute Arbeit“ wollen wir euch unterstützen. Für die Planung, Vorbereitung und Durchführung eurer Aktivitäten in der Aktionswoche haben wir euch einen Leitfaden zusammengestellt, denn ihr als PDF herunterladen könnt: