Tarifarbeit

LichtBlick: Fairer Strom braucht faire Arbeitsbedingungen

Tarifinfos Energie

LichtBlick: Fairer Strom braucht faire Arbeitsbedingungen

ver.di fordert Ökostromanbieter zu Tarifverhandlungen auf und startet Solidaritätsaktion.
Fair Hemd Haus Holz Waage Andrii Yalansky, shutterstock.com Wir fordern gute Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten bei LichtBlick!

ver.di hat den Hamburger Energieversorger LichtBlick SE erstmals zu Verhandlungen über einen Tarifvertrag aufgefordert. Damit wollen wir als zuständige Gewerkschaft den tariflosen Zustand beim größten deutschen Ökostromanbieter beenden.

Mitte November 2021 forderte ver.di die Geschäftsführung der LichtBlick SE offiziell zu Tarifverhandlungen auf, eine Rückmeldung dazu steht noch aus (Stand 22. November). Mit der Einführung eines Tarifvertrages will ver.di gute Arbeitsbedingungen absichern und für branchenübliche Gehälter bei den rund 400 Beschäftigen sorgen.

Hinter bekannten Energiekonzernen wie E.ON und Vattenfall gehört LichtBlick mittlerweile zu den größten deutschen Energieversorgern, das ehemalige Start-up-Unternehmen erzielte 2020 erstmalig mehr als eine Milliarde Euro Jahresumsatz.

Obwohl LichtBlick kein schlechter Arbeitgeber ist, fehlen den 400 Kolleginnen und Kollegen nach wie vor die tariflichen Standards der deutschen Energiebranche.

Björn Krings, Gewerkschaftssekretär der ver.di Hamburg

"LichtBlick wirbt gegenüber der eigenen Kundschaft mit Fairness. Ganz und gar nicht fair sieht allerdings die Bezahlung der Beschäftigten aus. Das muss sich ändern", so Stefan Najda, Bundestarifsekretär im ver.di-Fachbereich Ver- und Entsorgung.

ver.di geht davon aus, dass durch den fehlenden Tarifvertrag bei LichtBlick – gerade im niedrigeren Vergütungsbereich – zum Teil deutlich unterhalb dessen gezahlt wird, was für ein Unternehmen dieser Größe in der deutschen Energiewirtschaft üblich ist. Des Weiteren fehlen branchenübliche Tarifstandards wie Weihnachtsgeld, Gehaltsaufstockung beim Krankengeld und regelmäßig mit der Gewerkschaft ausgehandelte Tariferhöhungen.

Sven Peters, Betriebsratsvorsitzender bei der LichtBlick SE und Mitglied der ver.di-Tarifkommission, sagt dazu: „Wir arbeiten gerne bei LichtBlick und wollen das auch weiterhin tun. Eine Bezahlung unter branchenüblichem Tarif ist aber vielen Beschäftigten nicht mehr zu vermitteln. Deshalb brauchen wir eine Zukunft mit Tarifvertrag!“ 

"Wir hoffen auf die Bereitschaft von LichtBlick, den tariflosen Zustand zu beenden und im Sinne der Beschäftigten einen Tarifvertrag mit uns zu verhandeln", so Björn Krings, zuständiger Gewerkschaftssekretär der ver.di Hamburg. „Es ist Zeit für einen Tarifvertrag“, fährt Krings fort. „Ökostrom ist Teil der Energiewende, tarifliche Arbeitsplätze müssen es auch werden!“ 

Soli-Aktion: Aufruf an Betriebs- und Personalräte der Energiewirtschaft

Liebe Mitglieder in den Betriebs- und Personalratsgremien der Energieunternehmen!

Seit über zwei Jahren arbeiten wir beim Hamburger Ökostromanbieter LichtBlick auf einen Tarifvertrag hin. Im Rahmen unseres Erschließungsprojektes haben wir nach guten Mitgliederzuwächsen, dem Aufbau einer Betriebsgruppe und der Wahl einer Tarifkommission die Geschäftsführung Mitte November 2021 erstmals zu Tarifverhandlungen aufgefordert. Über 80 Prozent der Belegschaft wünscht sich Tarifbindung, unsere Forderungen und auch ein Entwurf für einen Tarifvertrag liegen bereits auf dem Tisch.

Nichtsdestotrotz sind den Beschäftigten bei LichtBlick und ihrem Betriebsrat die gewerkschaftliche und tarifliche Kultur noch etwas fremd. Und leider auch der Geschäftsführung, die erwartungsgemäß ablehnend auf unsere Forderung reagiert. Um unserer Tarifinitiative entgegenzuwirken, scheint die Arbeitgeberseite nun das Portemonnaie aufzumachen und gleichzeitig hastig eine betriebliche Gehaltsstruktur etablieren zu wollen...

Eure Solidarität ist gefragt!  

Jetzt brauchen wir eure Unterstützung als Betriebs- und Personalrät*innen! Schickt den Kolleg*innen des LichtBlick-Betriebsrates ein persönliches Solidaritätsschreiben aus eurem Gremium und unterstreicht darin die Vorteile einer Tarifbindung.

Zum Beispiel so (bitte nicht 1:1 verwenden):
„Als Betriebsrat XXXXX senden wir euch solidarische Grüße zur aktuellen Tarifinitiative. In unserem Unternehmen haben wir seit Jahren einen Tarifvertrag. Nur so können wir Gehälter und Arbeitsbedingungen nachhaltig regeln und im Sinne unserer Kolleginnen und Kollegen mitbestimmen. Ohne Tarifvertrag wären wir dabei deutlich eingeschränkter. Wir wünschen euch, eurer Tarifkommission und euren Kolleginnen und Kollegen viel Kraft beim Durchsetzen eines eigenen Tarifvertrages.“

Schickt euer Statement per Post:
LichtBlick SE
Betriebsrat
Zirkusweg 6
20359 Hamburg

oder per E-Mail: betriebsrat@lichtblick.de.

Gewerkschaft heißt Zusammenhalt – gemeinsam für gute Arbeit! Wir bedanken uns schon jetzt für eure Mithilfe! 


Hier findet ihr weitere Presseinformationen zur ver.di-Tarifinitiative bei LichtBlick:

Stärkt euren Kolleginnen und Kollegen den Rücken und kommt zu ver.di!


Immer noch nicht Mitglied bei ver.di?

Jetzt aber los – für gute Tarife bei LichtBlick!


Ich will mehr Infos zu ver.di!

Zur Übersicht: Alle Tarifinfos aus der Energiebranche

Tarif Energie Logo TG Energie ohne Claim
© ver.di FB 02