Konferenzen

Konferenz 2019 für BR, PR und JAVen

Wasserwirtschaft

Konferenz 2019 für BR, PR und JAVen

Auf der 22. Wasserwirtschaftskonferenz ging es um Politik, Wissenschaft, Praxis und Mitbestimmung.
22. Konferenz für BR, PR und JAVen in der Wasserwirtschaft ver.di, BFG Wasserwirtschaft

„Das war gigantisch!“ – Fast 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der diesjährigen ver.di-Wasserwirtschaftskonferenz in Essen genossen volles Programm.

Politik, Wissenschaft, wasserwirtschaftliche Praxis und natürlich Mitbestimmungsfragen haben uns auf unserer Veranstaltung im Mai 2019 beschäftigt. 

Unten liefern wir einen allgemeinen Überblick und den Ablaufplan zu unserer 22. Konferenz für Betriebsräte, Personalräte sowie Jugend- und Auszubildendenvertretungen.

Weitere Teile unserer Dokumentation gibt es hier mit PDFs zum Download und Bildmaterial:

Zusammenfassung unserer 22. Konferenz für BR, PR und JAVen

Rund um die Uhr tauschten sich Gremienmitgliedern aus dem ganzen Bundesgebiet aus. Zwei Rekorde haben wir aufgestellt: Die meisten Teilnehmenden und die meisten JAV’en aller Zeiten. Das heißt: Mehr Vernetzung und mehr Zukunft.

Professor Uli Paetzel zeigte uns eindringlich, dass die EG/LV nicht „nur“ Abwasser entsorgt, sondern mit dem Emscherumbau auch Stadtentwicklung betreibt. In Zusammenarbeit mit Kommunen, zivilgesellschaftlichen Organisationen, Unternehmen und den Bürger*innen vor Ort wird das größte Infrastrukturprojekt Europas genutzt, die Lebenssituation in der Region zu verbessern, so der Vorstandsvorsitzende der EG/LV.

22. Konferenz für BR, PR und JAVen in der Wasserwirtschaft ver.di, BFG Wasserwirtschaft

Auch die Beschäftigten seien stolz auf das Projekt, das 2006 geplant wurde und 2021 abgeschlossen sein soll. Neben der Abwasserfreiheit der Emscher gibt es viele neue Grünflächen, Kunstobjekte und lebenswerte Quartiere. Die neue Abteilungsleiterin Wasserwirtschaft des Bundesumweltministeriums hatte viele Themen mitgebracht. Regina Dube berichtete über den Stand des nationalen Wasserdialogs, an dem auch ver.di beteiligt ist. Bis 2021 werden Maßnahmen erarbeitet, die den Schutz der Ressource Wasser ermöglichen. Infrastruktur, das Risiko Schadstoffe, das Spannungsfeld Landwirtschaft und Gewässerschutz sowie Renaturierung und Naturschutz müssen dabei in Einklang gebracht werden. Auch die Verminderung von Spurenstoffen und Meeresmüll sind große Herausforderungen, aber unverzichtbar zum Schutz unser aller Zukunft.

22. Konferenz für BR, PR und JAVen in der Wasserwirtschaft ver.di, BFG Wasserwirtschaft

Gesundheitsmanagement zahlt sich aus. Nicht nur für die Kolleg*innen, die gesünder sind und deshalb mehr von ihrem Leben haben. Sondern auch für die Arbeitgeber. Denn es kostet weniger als die Krankheitskosten ausmachen. Das hat Professor Daniel Kaptain mit Studien belegt. Und gleich vorgestellt, wie man es hinkriegt, dass die Beschäftigten auch mitmachen. „Sport“ und „Fitness“ klingen nach Wettbewerb und verlieren können. „Bewegung“ und „Aktivität“ sind kleinere Hürden und mindern Krankheitsrisiken genauso. bIst das Menschenrecht auf Wasser nur eine Rechtsfrage? Nein, aus dem Blickwinkel der Umweltökonomie ist es nötig, die knappe Ressource Wasser zuzuteilen, weil viele darum konkurrieren. Diese Zuteilung wird durch finanzielle Hürden gestaltet.

22. Konferenz für BR, PR und JAVen in der Wasserwirtschaft ver.di, BFG Wasserwirtschaft

Was nach Ausschluss der Armen klingt, ist aber zwingende Voraussetzung für die Verwirklichung des Menschenrechts. Denn wenn es keine Refinanzierung der Infrastruktur gibt und wenn es keinen Anreiz zur Sparsamkeit gibt, wird es auf Dauer keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser geben, so Wolfgang Bretschneider.

In sechs Workshops haben sich die Teilnehmenden vertieft mit Fragen der betrieblichen Mitbestimmung befasst

  1. Partizipation: Wie können BR/PR die Beschäftigten an der Entwicklung von Lösungen beteiligen? Was müssen die BR/PR dafür können? Welche Beteiligungsmethoden gibt es? Was nützt Partizipation und was sind die Hürden?
  2. Digitalisierung: Welche Fragen müssen eigentlich geklärt werden, ehe man eine Betriebs- oder Dienstvereinbarung (BV/DV) zur Gestaltung der Digitalisierung verhandeln kann? Was muss die Vereinbarung enthalten? Welche Erfahrungen gibt es? Dazu hat auch die Hans-Böckler-Stiftung einen Praxisreport veröffentlicht.
  3. Rufbereitschaft: Wie ist die Rechtslage? Was muss/darf in einer BV/DV geregelt werden? Welche Regelungen gelingen in der Praxis?
  4. Wertschätzung: Was ist das eigentlich? Wie geht das? Wer macht das? Was nützt es? Was geht gar nicht?
  5. Gesundheitsmanagement: Wie gelingt es, die wissenschaftlichen Erkenntnisse in der betrieblichen Praxis zu nutzen? Wie kriegen wir auch die, die sich sonst immer verstecken? Was müssen da eigentlich Führungskräfte leisten?
  6. JAV’en: Erstmals waren 22 JAV-Mitglieder auf der Konferenz. Toll! Sie tauschten sich über ihre Erfahrungen aus, konnten voreinander lernen und haben sich für weitere Zusammenarbeit verabredet.
22. Konferenz für BR, PR und JAVen in der Wasserwirtschaft ver.di, BFG Wasserwirtschaft

Schließlich hat Issa Nafo auf die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie hingewiesen und den Nutzen der Maßnahmen, die den guten biologischen und chemischen Zustand der Gewässer bringen sollen. Sie verbessern nicht nur den Gewässerzustand, sondern schützen die Artenvielfalt und erhöhen die Lebensqualität. Da gilt es geduldig dranzubleiben. Solche Maßnahmen sind auch nachhaltig im Sinne der Entwicklungsziele der Vereinten Nationen, auf die Raimund Echterhoff, Vorstandsmitglied Personal und Nachhaltigkeit der EG/LV hinwies. Es geht darum, den folgenden Generationen nicht unsere Probleme zu hinterlassen. Dabei können sowohl Bürger*innen als auch Beschäftigte aktiv eingebunden werden. Und weil es sich um Themen handelt, bei denen wir heute noch nicht genau wissen, was eigentlich auf uns zukommt, hilft es, in kleinen Schritten, also agil vorzugehen.

22. Konferenz für BR, PR und JAVen in der Wasserwirtschaft ver.di, BFG Wasserwirtschaft

Bei der Exkursion konnten wir

  • mit der zum BernePark umgebauten Kläranlage,
  • mit dem riesigen Abwasserpumpwerk Gelsenkirchen und
  • mit der neuen Emschermündung

beeindruckende Beispiele für nachhaltige Investitionen sehen, die die Lebensqualität erhöhen und die Ressource Wasser schützen. Das fand ein Teilnehmer „gigantisch“. 

Wir danken Emschergenossenschaft/Lippeverband für die großzügige Unterstützung der Konferenz, Andrea Heinke und Astrid Koch für die tolle Vorbereitung und Durchführung und Anja Weiss und Kirsten Neumann für die ausdrucksvolle Dokumentation!


Hier findet ihr die Dokumentation zur ver.di-Wasserwirtschaftskonferenz 2018 in Erfurt.

Unsere nächste ver.di-Konferenz für Mitglieder im Betriebsrat, Personalrat und in Jugend- und Auszubildendenvertretungen in der Wasserwirtschaft veranstalten wir vom 23. bis 25. Juni 2020 in Augsburg.

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