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Digitalisierung in der Energiewirtschaft

Broschüre

Digitalisierung in der Energiewirtschaft

Eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung
Digitalisierung Pixabay Die HBS untersucht in einer Studie die Digitalisierung in der Energiewirtschaft und ihre Auswirkungen.

(Textauszug von Ines Roth aus dem Vorwort der Studie der Hans-Böckler-Stiftung "Working Paper Forschungsförderung, Nr 73, Mai 2018: Digitalisierung in der Energiewirtschaft – Technologische Trends und ihre Auswirkungen auf Arbeit und Qualifizierung")

Die Energieversorger sehen sich aktuell großen Herausforderungen wie der Energiewende, einem steigenden Wettbewerb und sinkenden Erträgen im Strommarkt gegenüber. Die Digitalisierung spielt in diesem Zusammenhang eine zentrale Rolle wie beispielsweise bei der Effizienzsteigerung von Geschäfts- und Arbeitsprozessen, der Entwicklung neuer Geschäftsfelder, der Kundenbindung und der Aufrechterhaltung der Netzstabilität. Diese Entwicklungen werden weitreichende Folgen für Arbeit und Beschäftigung haben.

Es ist nicht nur davon auszugehen, dass einzelne Tätigkeiten wegfallen, auch die Arbeitsorganisation, Arbeitsinhalte und qualifikatorischen Anforderungen werden sich angesichts einer zunehmend digitalen, flexiblen und vernetzten Dienstleistungserbringung in der Energiewirtschaft weiter wandeln.

Vor diesem Hintergrund fokussiert die vorliegende Studie zu Beginn die Frage, welche zentralen Digitalisierungstrends aktuell in der Energiewirtschaft erkennbar sind, um darauf aufbauend die Auswirkungen und Folgen der fortschreitenden Digitalisierung zu analysieren. Die Studie basiert auf Ergebnissen von Literaturanalysen und empirischen Erhebungen, die in Form von Experteninterviews und Workshops sowohl in Stadtwerken als auch in Konzernen durchgeführt wurden. Angesichts der Vielzahl betroffener Bereiche fokussiert die vorliegende Studie auf für die Energieversorgung typische Tätigkeitsbereiche in den Sparten Erzeugung, Netze und Marketing/Vertrieb.

In der Erzeugung zeichnet sich insbesondere der Trend hin zu einem flächendeckenden Rollout von Sensoren und Kameras in den Kraftwerken aus, der eine Fernsteuerung und vorausschauende Wartung der Anlagen (Predictive Maintance) ermöglicht. Daneben werden Betriebsabläufe, Pläne und Arbeitsprozesse zunehmend digitalisiert. Beispiele hierfür sind die digitale Dokumentation und die Einführung von Workforce-Managementsystemen.

Ähnliche Entwicklungen sind im Bereich der Netze erkennbar. Der Ausbau der Netze hin zu einem Smart Grid erlaubt eine optimierte Steuerung der Netze ebenso wie eine vorrausschauende Wartung. Intelligente Messsysteme als Bestandteil der Smart Grids ermöglichen zudem einerseits die automatisierte Ablesung und Meldung der Zählerstände, andererseits gelten sie als Basis für neue Dienstleistungen. Prozessautomatisierungen finden im Bereich der Netze insbesondere rund um die Arbeitsprozesse der Monteure statt wie beispielsweise bei der Disposition und Tourenplanung, der Auftragsrückmeldung, in Form eines integrierten Bestellwesens oder der Vernetzung mit vor- und nachgelagerten Bereichen.

Die Studie macht deutlich, dass sich die Energiewirtschaft erst am Anfang einer digitalen Transformation befindet. Ansätze sind erkennbar, doch wie sich die Branche entwickelt und welche Auswirkungen die Digitalisierung zukünftig auf die Arbeit haben wird, hängt von einer Reihe an Faktoren ab wie der Auswahl und Zielsetzung, mit der digitale Technik eingesetzt wird, der Unternehmensstrategie und der Positionierung der betrieblichen Interessenvertretung.

Die vorliegende Studie kann daher nicht als abschließender und umfassender Wegweiser betrachtet werden. Vielmehr gibt sie Hinweise auf mögliche Entwicklungen, Risiken und Chancen, die mit der zunehmenden Digitalisierung in der Energiewirtschaft verbunden sind.

Die Studie steht hier zum Download als PDF zur Verfügung: